Hijab (der Schleier) ist einer der wichtigsten Identitätsbestandteile der Persönlichkeit einer muslimischen Frau. Wieso wurde es als eine verpflichtende Aufgabe verordnet?
Um den Grund zu verstehen, müssen wir zunächst folgende Frage beantworten:
Ist es notwendig das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu bestimmen? Oder ist dieses Verhältnis Ausdruck für eine persönliche Freiheit, wo niemand das Recht hat, sich einzumischen?
In der westlichen Weltanschauung gibt es eine Neigung, die dem Menschen eine universelle Freiheit in seinen Beziehungen mit dem anderen Geschlecht gewährt, als privates Verhältnis, das den Leuten das Recht gibt es ohne Beschränkungen auszuüben.
Der Islam, ebenso wie andere Religionen und Ideologien hingegen, haben in diesem Bereich bestimmte Einschränkungen der persönlichen Freiheit gesetzt, da unbeherrschte Freiheit Chaos erzeugt, besonders im Bereich der Familienbeziehung und Abstammung.
Daher glaubt der Islam, dass man für das Wohlbefinden der Gesellschaft verpflichtet bleiben muss und den Mann psychologisch durch eine Reihe von Gesetzen vorbereiten muss, seine Gelüste zu kontrollieren.
In diesem Sinne ist der Hijab einer der Vorschriften, die den Mann hindert, in einer psychologisch seelischen Notlage auf Reaktion seiner rufenden Gelüste zu leben.
Es ist ein Teil der gesetzgebenden Anordnung, die eine moralische Verpflichtung bildet.
Wie spielt der Hijab diese Rolle?
Hijab bildet eine seelische Atmosphäre um den Abweichungen entgegen zu wirken und bildet Sicherheit auf beiden Seiten, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. So wird der Frau nahe gelegt, dass sie sich als Mensch präsentieren soll und dies durch Verschleierung ihrer sinnlichen (geschlechtlichen) Schönheiten gelingt. Ebenfalls weist es den Mann daraufhin, dass er die Frau nur als menschliches Wesen betrachten soll, denn er kann ihren Körper nicht sehen. Auf dieser Weise verkörpert der Hijab im großen Ausmaß ein Mittel zum Blocken der Wege, welche zu Abweichung führen.
Was umfasst das Tragen des Hijabs ?
Der materielle Hijab fordert, dass die Frau ihren ganzen Körper bis auf ihr Gesicht und ihre Hände verdecken soll, sowie kein Make-up tragen soll, wenn sie außer Haus geht. Das heißt, dass der Hijab sowohl eine materielle Seite hat, welche das Verdecken des Körpers einbezieht, als auch eine moralische Seite, die das Handeln einer Frau als menschliches Wesen in der Gesellschaft bewegt, ohne Tragen von Make-up, das Aufmerksamkeit auf sich ziehen lässt, beim Reden in einer bestimmten Art und Weise [„Wenn ihr gottesfürchtig sein wollt, dann seid nicht unterwürfig im Reden, damit nicht der, in dessen Herzen Krankheit ist, Erwartungen hege“, Sure 33, Vers 32] , oder irgendeine andere Möglichkeit in dieser Sache.
Ist es besser für eine Frau auf den materiellen, oder auf den moralischen Hijab festgelegt zu sein?
Die Frage ist nicht welches der beiden Seiten des Hijabs besser ist, da der Islam den Hijab als eingebundenen Bestandteil ansieht, die zwei dichte (enge) wechselwirkende Ausmaße hat. Einerseits wird an Frauen appelliert hinter den moralischen Hijab zu stehen, der sie von der Abweichung bewahrt und welches der Grund zur Festlegung des materiellen Hijabs ist. Andererseits wird der materielle Hijab als eine Art Absicherung in Betracht gezogen, die Mann und Frau vor Situationen schützt, die eine negative Auswirkung auf ihre Sitten haben kann. Das heißt, das Unterlassen der materiellen Seite des Hijabs, bedroht die moralische Seite und umgekehrt (ebenso).
Daher ist der Hijab keine persönliche oder individuelle Angelegenheit, sondern eine gesellschaftliche, da alles was dem Individuum von Abweichungen hindert, auch die Gesellschaft beeinflusst, da die Gesellschaft schließlich die Summe alle ihrer Individuen ist und die Ordnung der Werte, Richtlinien und Vorschriften, welche ihre Verhältnisse regelt.