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Ein Interview mit Washington Post & Newsweek Jihad, Apostasy und Frauen aus der Sicht Seiner Eminenz

Übersetzt von Mariam C. & Zeinab S.

 

Newsweek und die Washington Post haben mehrere islamische Geistliche Führer und Persönlichkeiten über die Ansichten des Islam hinsichtlich fundamentaler Probleme befragt. Dies wurden dann auf der bekannten Webseite 'ON Faith' veröffentlicht. Hier sind die Antworten der religiösen Autorität Sayyed Muhammad Hussein Fadlallah.

Es bietet eine Islamische Sicht und zeitgemäße Kozeptualisierung bezüglich solcher Themen wie 'Jihad', 'Apostasy' und 'Frauen'.

Seine Eminenz ist davon überzeugt, dass 'Jihad' hauptsächlich ein Verteidigungsmittel darstellt, während 'Apostasy' gefährlich wird, wenn es die Öffentliche Ordnung einer Nation gefährdet. Und für die Frau, so betont Seine Eminenz, dass sie gleichwertige und unabhängige Individuen sind.

 

Jihad

 

Jihad im Islam (Die gewalttätige Konfrontation mit dem Feind) ist eine kämpfende Bewegung, mit dem Ziel den Feind, davon abzuwenden, dass er Kontrolle über Land und Menschen erhält; und mittels Gewalt, die Freiheit konfisziert, Menschen tötet, Vermögen usurpiert, die Rechte der Menschen in der Selbstbestimmung und in ihren Angelegenheiten, verkennt.

 

Daher begegnet der Jihad Gewalt mit den Mittel der Gewalt, und Macht gegen Macht, welches von der Natur her eine Verteidigung darstellt und einmal eine Präventivmaßnahme. Und dies ist was der edle Koran in den folgenden Verse darstellte:

 

"Und kämpft auf dem Pfad Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht (das Maß). Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die (das Maß) übertreten".1

"Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft wurden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht ihnen zu helfen"2

"Und wenn du von einem Volke Verräterei fürchtest, so verwirf (den Vertrag) gegenseitig. Wahrlich, Allah liebt nicht die Verräter"3.

Im Lichte dessen, ist der Jihad nichts anderes, als die natürliche Konzeption der menschlichen Selbstverteidigung. Es beschreibt die innere menschliche Natur der Selbstverteidigung, und/oder er wendet die Möglichkeit Dritter davon ab, dass sie eine überraschende Aggression führen.
Der Islam begegnet hier, mit allen menschlichen Werten aller Zivilisationen.

Es gibt auch den Fall der Verteidigung des Unterdrückten, die von den Tyrannen verfolgt werden und keine Möglichkeit haben, sich selbst zu verteidigen. Muslime müssen diese Menschen verteidigen, wenn diese es erbeten. Der humanitäre Gehalt des Islam, macht es zu einer Pflicht, die Ungerechtigkeit gegen den Unterdrückten von dieser Ungerechtigkeit zu befreien.

Es ist offensichtlich, dass eine derartige Verteidigung der Unterdrückten nicht willkürlich verlaufen kann. Es muss sorgfältig analysiert werden, und es beginnt mit friedlichen Mitteln in Koordination mit den Staaten und Organisationen, die die Rechte der Unterdrückten verteidigt. Gewalt ist nur als Ultima Ration anzusehen, und wird angewendet, wenn alle anderen Mittel fehlschlagen.

Der Koran beschreibt diese Situation in etwa so:

"Und was ist euch, daß ihr nicht kämpfet für Allahs Sache und für die der Schwachen - Männer, Frauen und Kinder -, die sprechen: «Unser Herr, führe uns heraus aus dieser Stadt, deren Bewohner Bedrücker sind, und gib uns von Dir einen Beschützer, und gib uns von Dir einen Helfer»?"4

Das Anwenden der Gewalt gegen Andere in einem anderen Fall ist eine rechtlich nicht legitimierte Aggression, auch wenn sie einen anderen Glauben, Rasse und andere Differenzen haben. Der edle Koran wiederholt mehrere Male, dass man Kampfhandlungen nicht beginnen sollte:

"Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die (das Maß) übertreten".5

Dies bestätigt die Ablehnung des Islam irgendeiner Aggression, welche durch Terror, Verfolgung, und das Töten unschuldiger Menschen, präsentiert wird.

Jihad im Islam bedeutet nicht, dass man Gewalt gegen Ungläubige anwendet, sondern es ist der Kampf gegen Aggression und Tyrannei. Der edle Koran differenziert zwischen zwei Arten von Menschen, die eine unterschiedliche Religion haben. Einmal die friedliche Art und die gewalttätige Art:

"Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht bekämpft haben des Glaubens wegen und euch nicht aus euren Heimstätten vertrieben haben, gütig zu sein und billig mit ihnen zu verfahren; Allah liebt die Billigkeit Zeigenden".

"Allah verbietet euch nur, mit denen, die euch bekämpft haben des Glaubens wegen und euch aus euren Heimstätten vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu machen. Und wer mit ihnen Freundschaft macht - das sind die Missetäter".6

Die erste Art ist jene, die keine Aggression gegen Muslime verüben, oder sie aus ihren Häusern vertreiben, sondern Frieden mit ihnen geschlossen haben. Diese sollten sich die Muslime zu Freunden nehmen, sie gerecht behandeln in allen Angelegenheiten und all ihre menschlichen Rechte bewahren.

Die andere Art ist die, die Muslime ungerechterweise bekämpft und sie aus ihren Häusern vertreibt und/oder jene unterstützt die sie aus ihren Häusern vertreiben. Allah hindert die Muslime sich diese zu Freunde zu nehmen, solange sie ihre feindliche Gesinnung beibehalten.

Der Islam wünscht sich von seinen Anhängern, dass sie dies (Gewalt) nicht als Terroristische und Aggressive benutzen, sondern zu einer humanitären Verteidigung und Werteorientiertem Zweck anwenden. Der Islam möchte, dass die Muslime Frieden mit jenen schließen, mit denen sie sich uneinig sind, auf der Basis von Recht, Gerechtigkeit und der Bewahrung der Menschenrechte.

"O die ihr glaubt, tretet alle ein in die Ergebung und folget nicht den Fußstapfen Satans; wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind7 und „Sind sie jedoch zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt und vertraue auf Allah. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allwissende". 8

Der Islam appelliert desweiteren an die Muslime den Weg des Dialogs mit den Juden und Christen einzuschlagen, und die besten kulturellen und zivilisierten Methoden dabei anzuwenden.

"Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn in der besten Art; doch (streitet überhaupt nicht) mit denen von ihnen, die ungerecht sind. Und sprecht: «Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt ward und was zu euch herabgesandt ward; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben".9

Solch ein Dialog mit dem Ziel Probleme zu lösen, sollte-gemäß dem Islam-in der Weise geführt werden, dass man Feinde in Freunde verwandelt.

"Gut und Böse sind nicht gleich. Wehre (das Böse) mit dem ab, was das Beste ist. Und siehe, der, zwischen dem und dir Feindschaft war, wird wie ein warmer Freund werden"10

Dies weist darauf hin, dass die Muslime sich die Menschen zu Freunden nehmen sollten, um in gemeinsamer Kooperation die Probleme zu lösen, ohne deren spirituelle und intellektuelle Authentizität zu konzedieren.

Für die Selbstmordattentäter, die unschuldige Menschen töten, genauso für jene, die andere des Unglaubens bezichtigen, nur weil sie in einigen sektiererischen Ansichten, des selben Glaubens, differieren...oder jene die Autobomben herstellen, und Frauen, Kinder, Greise und Jugendliche töten, die nichts mit dem Krieg zu tun haben.

Zu jene sagen wir, dass ihre inhumanen, brutalen Aktionen nichts mit dem Islam zu tun haben, und dass ihr Handeln, Allahs Zorn nach sich ziehen wird, und nicht Seine Zufriedenheit.

Es unterstreicht das Bild des Islam und der Muslime und gibt anderen einen falsche Vorstellungen über den Islam und die Muslime.

 

Abtrünnigkeit / Apostasy

 

Abtrünnigkeit ist die negative Einstellung eines Muslims gegenüber dem Islam.Er behält seinen Glauben nicht mehr bei ohne irgendwelche Beweise, und er verweigert die Lehrgrundregeln des Islams:Das Glauben an den einzigen Gott,den Propheten (s.), die Botschaft und den Tag des jüngsten Gerichts.Angesichts der Abtrünnigkeit müsste man ihn bitten, die Basis zu erklären, die ihn seinen Glauben kündigen ließ, in einer objektiven und freien Diskussion darüber mit einer Gruppe von frommen Gelehrten, mit dem Ziel ihn zu Überzeugen, dass er einen Fehler gemacht hatte. Wenn er ablehnt, am Dialog teilzunehmen oder wenn er nicht zustimmt den Islam wieder anzunehmen, trotz aller Argumente und Beweise mit denen er gegenübergestellt wird. So liegt es an seiner schwierigen Hartnäckigkeit, weil er keine aufgeschlossene intellektuelle Mentalität besitzt. Diese Haltung könnte einen Einfluss auf die allgemeine Ordnung der Gesellschaft haben, die den Islam, als existenzielle Grundlage seiner Sicherheit und Stabilität darstellt. So würde solch eine Position ähnlich verlaufen wie ein großer Verrat an das Vaterland. Eine wichtige Anmerkung in dieser Hinsicht: Wenn sie ihn mit den Argumenten und den gelieferten Beweisen nicht überzeugen können, dann ist es kein Grund ihn als Abtrünnigen zu behandeln.

 

Abtrünnigkeit ist ein externes Problem, das mit der Einhaltung der allgemeinen Ordnung der Religionen zusammenhängt.

 

Ebenso wenn er seine Abtrünnigkeit nicht proklamiert, und weiterhin die allgemeine Ordnung der Gesellschaft, sozial und rechtlich, befolgt, würde er nicht gezwungen werden seine Religion zu verändern.

 

Wie Allah (swt) sagt: ''Es gibt keinen Zwang im Glauben...''11,''...Willst du also die Menschen dazu zwingen, Gläubige zu werden?''12

 

Esbezieht sich auf die Tatsache, dass die Religion oder der Glaube eine kulturelle und rationale Angelegenheit ist, zu der man niemanden zwingen kann sie anzunehmen, besonders wenn alle Argumente deutlich erklärt worden sind. Daher ist es eine subjektive und interne Angelegenheit. So sagt Allah (swt) ''Die Wüstenaraber sagen: "Wir glauben." Sprich: "Ihr glaubt nicht; sagt vielmehr: »Wir haben den Islam angenommen«, und der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen".13 Dies zeigt uns, dass die Gott Ergebenheit (Islam) nicht nur eine Angelegenheit des Herzens und des Glaubens ist, sondern auch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und der Praxis der islamischen Gesetze in einem moslemischen Land, in dem Moslems leben.Es ist genauso wie, wenn jemand in einem Land lebt und dessen kulturelle Konzepte nicht annimmt. Diese Person muss sich den Gesetzen unterwerfen, die auf die Bürger und den fremden Einwohnern zutreffen. Ein Abtrünniger verletzt folglich diesen allgemeinen Auftrag, der nicht in der islamischen Gesetzgebung annehmbar ist.

 

Die Frau im Islam

 

Die Frau im Islam gilt als vollwertiger Mensch in ihren psychischen und rationalen Fähigkeiten, und ihr Verstand ist nicht weniger als der eines Mannes.Sie hat das Recht die höchsten Ebenen der Bildung zu erreichen, in allem akademischen und wissenschaftlichen Bereichen. Sie verfügt auch über alle sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rechte. Sie ist, wirtschaftlich gesehen, eine unabhängige Person. Sie hat das Recht auf Besitz und auf alles Geschäftliche, ohne die Aufsicht oder die Berechtigung einer höher gestellten Person. Sie ist auch eine soziale Person, die das Recht hat alle Karitativ-, Bildungs-, und ähnliche Tätigkeiten zu praktizieren. Sie ist auch eine Politische Person und hat das Recht zu wählen und gewählt zu werden und die Menschen zu repräsentieren die sie wählen.

 

Sie hat auch das Recht auf jede Rechts- oder Verwaltungsposition unabhängig davon wie hoch diese Stellung ist. Wenn einige Juristen gewisse Vorbehalte haben, über ihr Recht ein Staatsoberhaut zu sein, so gibt es auch einige juristische Urteile, welche diese Denkweise in Frage stellen.

Die Frau ist eine unabhängige Person, sie hat das das Recht auf den Genuss der Menschenrechte genauso wie der Mann.

Auf der anderen Seite gibt es einige Rechtsurteile über den Status einer Frau, welche sich vom denen im Westen unterscheiden.

 

Der Unterschied zwischen dem Islam und dem Westen


Erstens: Da ist der Schleier, welcher ein religiöse Verpflichtung ist um den Körper zu verdecken mit Ausnahme des Gesichts, der Hände und der Füße. Dies weil der Islam verhindern möchte, dass Frauen und Männer von den sexuellen Antrieben beeinflusst werden, um die Keuschheit zu bewahren, da die Frau seit Anfang der Geschichte bekannt ist für ihre sexuellen Reize im Gegensatz zum Mann. Und das ist es was wir in den Kunst- und Medienbereichen wahrnehmen, welche die Frau als sexuelles Objekt präsentieren, besonders gegenüber den Jugendlichen.

 

Der Unterschied zwischen dem Islam und dem Westen ist, dass die Islamische Zivilisation ethisch verpflichtet ist, während der Westen der Auffassung ist , dass der ethische Aspekt die sexuelle Freiheit einschließt, einen Teil der Individuellen Freiheit des Menschen, und daher illegalen Sex nicht als eine Zivilkriminalität betrachtet, da es sich um persönliche Angelegenheiten handelt, und es nicht mit Tugenden zusammen hängt.

 

Aus unserer Sicht, sehen wir nicht, dass der bescheidene Schleier (Hijab), außer das Verdecken des Gesichts , ein Problem für die Frau darstellt welcher sie an der Ausübung ihrer kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verpflichtungen hindern könnte.

 

Der bescheidene Schleier stellt kein Problem für die Frau dar, welcher sie an der Ausübung ihrer kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verpflichtungen hindern könnte.

 

Ich möchte erwähnen (scherzhaft) dass alle Männer in der Welt, vor allem Beamte und hohe Offiziere, verpflichtet sind, sich zu verschleiern, in dem sie ihre Körper, mit Ausnahme des Kopfes, verdecken, genauso wie die Frauen auch ihr Brustbereich und Schambereiche verdecken, dies ist abhängig vom Konzept der sexuellen Erregung, welche in der Islamischen Auffassung breiter ist als die im Westen.

 

Verantwortung

 

Selbst für bestimme Gesetzgebungen, wie die der Vererbung und des Testaments, gelten sie, als jemand der mit freier Verantwortung handelt.

Ebenso gibt es in der Justiz einen juristischen Befund, welcher der Frau erlaubt ein Richter zu sein. Dies ist eine Entscheidung, welche ich befürworte.

 

Zum übrigen Sachverhalt, der Scheidung, welche im Islam an den Mann übertragen ist. Das liegt daran, weil der Mann, die Gesamte Verantwortung, des ehelichen Lebens, trägt. Aber der Islam gibt der Frau, in vielen Fällen, in denen das Leben eine unerträgliche Hölle wird und dessen Einzelheiten außer Frage stehen, das Recht auf eine Scheidung.

 

Um es zusammen zu fassen:

Die Frau im Islam ist ein vollwertiger Mensch und die rechtlichen Annahmen sind das Ergebnis der physiologischen und physischen Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern.

 

Die Differenz zwischen dem Mann und der Frau im Westen und im Islam ist der Unterschied zwischen der materialistischen Basis der westlichen Zivilisation und der islamischen Zivilisation deren Grundlage sowohl dem geistlich-religiösen und dem Materialistischen ist.

 

Wenn die Rückständigkeit, welche die Muslime in ihrer Vergangenheit lebten und diese in den meisten Fällen negative Folgen hatte, die Position der Frau als Mensch untergraben hätte, so trägt der Islam in keinen Fall die Verantwortung dafür.

Es liegt in der Verantwortung der Rückständigkeit der Muslime, ebenso wie viele andere Nationen in der Vergangenheit lebten, einschließlich der westlichen .

 

 

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1Koran: Sure 2, Vers 190

2Koran: Sure 22, Vers 39

3Koran: Sure 8, Vers 58

4Koran: Sure 4, Vers 75

5Koran: Sure 2, Vers 190

6Koran: Sure 60, Verse 8-9

7Koran: Sure 2; Vers 208

8Koran: Sure 8, Vers 61

9Koran: Sure 29, Vers 46

10Koran: Sure, 41, Vers 34

11Koran: Sure 2, Vers 256

12Koran: Sure 10, Vers 99

13Koran: Sure 49, Vers 14