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Die Sündlosigkeit des Propheten Yussuf (a,)

Auszüge aus dem Buch, was angeblich Sayyed Muhammad Muhammad Sadeq al-Sadr (r.) verfasst hat bzw. die Antworten eingereicht hat.

 

Dieses Büchlein, sagen wir eher diese Broschüre enthält Aussagen des Sayyed Fadlallah, die als „Frage“ bzw. als „Sichtung“ an die Hawza in Najaf gesendet worden sein soll. Sayyed Sadr soll dann diese beantwortet haben. Interessanterweise liegt das gesamte Buch nicht vor, und zweitens soll Sayyed al-Sadr neben diesen Fragen auch die „Regelwerk“ des Sayyed Fadlallah als „Irreführung“ klassifiziert haben.

 

„Und sicher begehrte sie ihn, auch er hätte sie begehrt, wenn er nicht ein deutliches Zeichen von seinem Herrn gesehen hätte. Das geschah, auf daß Wir Schlechtigkeit und Unsittlichkeit von ihm abwendeten. Fürwahr, er war einer Unserer auserwählten Diener.“ [12:24]


Eingereichte Aussage:

„Mit diesem Vers ist gemeint, dass Yusuf (a.) sich ihr hingezogen gefühlt habe, und nur dadurch, dass er den Beweis, das Zeichen seines Herrn, erkannt hat, ließ er von der Sünde ab. Dies impliziert, dass eine Sünde existiert, welches übrigens die Sündlosigkeit nicht tangiert. Was jedoch gegen die Sündlosigkeit spricht ist, die äußere Sünde.“


Was ist die Überzeugung der „Schia“ bezüglich der Sündlosigkeit und ihre Grenzen? (Frage desjenigen, der dieses Zitat zur Überprüfung an Sayyed Sadr einegereicht hat)


Sayyed al-Sadr (r.) : Dieser Aspekt (die Existenz einer möglichen Sünde) spricht völlig gegen die Sündlosigkeit, denn eine Sünde ist eine Sünde. Die Sündlosigkeit ist für die Propheten insgesamt gesichert. Meine Ansicht und mein Verständnis bezüglich dieses Verses ist ein ganz anderer.


Das was mit „sie begehrte ihn und er begehrte sie“ gemeint ist, ist das Schlagen und nicht der geschlechtliche Verkehr bzw. die Ebnung hierzu. Denn als sie sein Beharren, seine Standhaftigkeit und seine Bescheidenheit erkannte, wollte sie ihn schlagen Und als auch er ihr Beharren erkannte, ihn zu schlagen, wollte er sich mit dem Schlagen verteidigen. Und der Burhan (Beweis-Zeichen) ist folgender: In dem Moment hat er erkannt, dass diese Frau schon seit seinen jungen Jahren eine Gnade für ihn war und ist, daher ist es nicht moralische akzeptabel diese Gnade mit dem Schlagen zu beantworten. Er ließ daher davon ab, und versuchte aus dem Zimmer zu fliehen, da riss sie sein Hemd von hinten...und bis zum Ende der bekannten Geschichte. Dies ist die Bedeutung dieses edlen Verses.


Das soll die Antwort des ehrwürdigen Sayyed al-Sadr gewesen sein. Nun, es sei mal dahin gestellt, ob es tatsächlich aus der Feder des geliebten Sayyed al-Sadr stammt, wenden wir unser Blick auf die Deutungen des Koran:


Der hochgeschätzte Allamah Tabatabai (r.) schreibt eine ähnliche Erläuterung wie die des Ayatullah Fadlallah, und erwähnt neben sehr intensiven Erläuterungen und scharfer Analyse ebenfalls, dass Yusuf (a.) sich kurz zu ihr hingezogen gefühlt hat, und er hätte sich ihrem Willen gebeugt, wenn er nicht das Zeichen seines Herrn erblickte. Allamah Tabatabai hält hier zu fest, dass Yusuf (a.) niemals eine Sünde begehen würde und auch nicht beging. Für das Verständnis dieses Verses, wie für den Koran insgesamt bedarf es aber einer weitreichenden und tiefgründigen Lektüre der einschlägigen Koran-Deutungen. Denn anders versteht man vielleicht nicht genau was gemeint ist bzw. was der Ayatullah damit meint, so auch was Allamah Tabatabai aussagen will (www.holyquran.org)

Auch die muslimisch-„sunnitischen“ Korandeuter überliefern hierzu 2 Deutungsansätze, einmal dass mit „sie begehrte ihn und er begehrte sie“, dass sie sich gegenseitig schlagen wollten und einmal, dass sie sich ihm hingezogen gefühlt hat, aufgrund seiner Schönheit und dass auch er für einen Moment sich ihr hingezogen gefühlt hat, da sie ihm ihre Reize bot. [Tafsir Djalalain: al-islam.com]


Sayyed Fadlallah hat eine erläuternde Abhandlung zum Koran geschrieben, wenn man so will eine Art Kommentar. Bei diesem Vers beschreibt er die Lage Yusufs (a.), in dem genannten Vers. Er war ein wunderschöner Mann und er war begehrt bei den Frauen, so auch bei seiner Herrin. Die seine untergeordnete Stellung missbrauchen wollte, und durch ihre hohe Stellung hatte sie die Möglichkeiten gehabt, ihr Begehren zu erreichen, ohne dass jemand davon erfährt. Auch Yusuf hätte sich ihr hingeben können und ihre Gunst gesichert.


Sie bot ihm all ihre Reize und sorgt für ihre Zweisamkeit, sodass sie für einen Moment natürliche Gefühle in Yusuf bewegen konnte, sodass dieser sich kurz zu ihr hingezogen fühlte. Dieser Umstand ist nicht gegen dem Prinzip der 3isma, denn auch die Sündlosen, sind letztendlich Menschen und haben natürliche Bedürfnisse. (sie erliegen aber nicht dieses Bedürfnissen, wie die Nicht-Sündlosen). Ferner ist dieser Umstand damit zu vergleichen, dass jeder Mensch etwas bestimmtes spürt wenn er leckeres Essen sieht oder riecht. Wohl wissend Yusuf niemals diese Sünde begangen hätte.[1]

 

Ergebnis:

Versuchen wir die Erläuterung des Sayyed Fadlallah und Allamah Tabatabai in eigenen Worten zu vermitteln, eine vollständige Übersetzung beider Erläuterungen, ist leider aufgrund der fehlenden Kompetenz nicht möglich, zudem geht es hier um den Koran!


Der Vers und die Situation in der sich Yusuf (a.) befand, ist bei näherer Betrachtung ein Zeichen an sich. Wie oft lassen sich Jugendliche und Menschen schnell verführen und begehen die abscheulichsten Sünden, wie zum Beispiel Zina. Yusuf ist hier das Vorbild der Jugendlichen. Yusuf war in der Situation selbst ein Jugendlicher, von unglaublicher Schönheit, viele Frauen und Mädchen begehrten ihn aufgrund dieser reizvollen Schönheit. Er befand sich in einem sagen wir pubertierendem Alter, in der die Gefühle sich „noch nicht richtig eingependelt haben“. Ein Alter in dem viele ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Zoomen wir weiter: Die Herrin Yusufs begehrte ihn, auch sie war von unglaublicher Schönheit und niemand hätte von dieser Zweisamkeit etwas mit bekommen.

 

Yusuf hätte sich, wenn er nicht ma3sum und ein rechtschaffener Diener gewesen wäre, ihr sehr leicht hingeben können. Doch Yusuf war versunken im Dienste des Einzigen und Erhabenen, und in Kommentaren steht: „Man kann sagen, die Liebe zu Gott hinderte ihn daran“. Er suchte Zuflucht zu Allah und sie konnte für einen kurzen Moment etwas in ihm bewegen, wie man als Fastender im Gottesdienst versunken ist, spürt man beim Anblick wohlriechender und köstlicher Speise das Bedürfnis etwas davon zu kosten.

 

Doch was wird jeden standhaften und gläubigen Fastenden daran hindern, davon zu kosten? Ja gepriesen sei Allah, für Allah den Erhabenen fasten wir, und wegen Allah den Erhabenen hat auch Yusuf nicht von dem „gekostet“ was ihm mit allen Mitteln angeboten wurde. Zur genaueren Analyse lohnt es sich die angegebenen Links zu lesen.



[1] Dieser Abschnitt ist keine wörtliche Übersetzung der Erläuterungen des Ayatullahs (r.) zu diesem Vers zwischen Jusuf (a.) und Zulaikha, sondern eher sinngemäß zu verstehen.

Dieser Text wurde vom fadlallah.de - Team verfasst und zusammengestellt