02/01/2009 - 05/01/1430 H
''Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!''
Ein Auszug aus der Auswanderung (Hijra) des Propheten (s.)
In den Anfangsjahren des Islams wählten die Moslems die Auswanderung als Startpunkt des islamischen Kalenders. Es wird auch gesagt, dass sie Imam Ali (a.) dazu befragen und er einverstanden war.
Dann, im Jahre 60 n.d.H., wanderte Imam Hussein (a.) aus, von Medina nach Mekka und dann von Mekka nach Karbala'.
Zwischen diesen zwei Daten, dem Beginn der prophetischen Hijra (Auswanderung) und der von Imam Hussein (a.), geschahen viele bedeutende Ereignisse.
Das erste war: Die Niederlassung des Propheten (s.) in Medina, dem ersten islamischen Staat. Er umfasste die Moslems zusammen mit den Juden, die einen Vertrag mit den Moslems schlossen, um unter einem islamischen Staat zu leben, der über die Angelegenheiten der Moslems auf der Basis der islamischen Shari'a ablief. Und er (Vertrag) legte die Fundamente der herausfordernden und beachtlichen Kraft (Macht), die dabei war dem inneren Unglauben entgegen zu treten und eine neue Situation in der Region schuf, um den Menschen das Gefühl zu geben, dass es keine einzige Gewalt mehr gibt, die sie beängstigen könnte, wie die Quraich und ihre Verbündeten, von den Ungläubigen und den Juden. Eine neue Macht tauchte auf, begründet auf der soliden Basis der Vernunft, der Erkenntnis, der göttlichen Offenbarung und der islamischen Shari'a. Eine Macht, die ein Gesetz inne hat, das über die Angelegenheiten der Leute auf der Basis der islamischen Shari'a richtete, was sich weitaus von der Macht unterschied, die die Quraich anwendete.
Darauf folgte der Tod des Propheten (s.) und es ergaben sich viele Ereignisse.
Dem rechtmäßigen Khalifen, Imam Ali (a.), wurde sein Recht verweigert, und der ganze islamische Staat wurde destabilisiert, als Resultat der ideologischen und rechtlichen (rechtswissenschaftlichen) Uneinigkeit. Und obwohl es eine Chance für die Ausdehnung des Islams mittels des Kriegs gab, waren die Moslems besetzt von den Römern und den Persern. Ebenfalls ergab sich der Konflikt, in dem der dritte Khalif getötet wurde. Darauf folgte der zweite Konflikt, in dem Muawiya den Tod von Uthman ausnutzte. Dann als Imam Ali (a.) das Khalifat annahm, setzten sie alle Arten von Schranken in seinen (a.) Weg und erklärten den Krieg in allen Ländern gegen ihn.
Dann, nachdem der Frieden mit Imam Al-Hassan (a.) missbraucht wurde,- wegen der Schwächlichkeit seiner Armee, die nicht vereinigt war–, festigten die Bani Umayya ihre Macht, und Muawiya zwang die Moslems zum Schwur des Treueeids zu Yazid. Es wird gesagt, dass die Männer - die Muawiya damit beauftragte - ein Paket voll Geld in der einen Hand hielten und das Schwert in der anderen Hand, und die Menschen aufforderten eins von beiden zu wählen.
Somit wurde Yazid - der ungezügelte Mann, der Wein trank und unschuldige Menschen tötete und der nie wirklich ein Muslim gewesen ist – unrechtmäßig zum Khalifen.
Imam Al-Hussein (a.) verweigerte den Treueeid
Imam Hussein (a.) war mit seinem Bruder Imam Al-Hassan (a.) gegenüber dem Vertrag verpflichtet, den sie mit Muawiya geschlossen hatten , welcher festsetze, dass sie niemals gegen ihn rebellieren werden, so lange er lebt.
Imam Hassan (a.) wurde dann vergiftet und Muawiya starb. Imam Hussein (a.) wurde aufgefordert Yazid den Treueid zu schwören, aber er (a.) verweigerte es und sagte dem Wali (Herrscher) von Medina: ''Wir sind die Familie des Prophetentums, dem der Qur'an offenbart wurde, während Yazid ein zügelloser Mensch ist, der Wein trinkt und unschuldige Menschen tötet und Allah's Verbote missachtet.'' Und er (a.) beendete, indem er sagte: ''Ein Mann, wie ich, schwört die Treue nicht zu einem Mann, wie ihn.'' und er fügte hinzu, dass sie warten und sehen werden, wer würdiger ist, ein Khalif zu sein.
Dann begann der Imam (a.) seine Auflehnung gegen Yazid, um der Imam zu sein, den man befolgen sollte, wie es der Prophet verordnete: ''Al-Hassan und Al-Hussein sind Imame (Khalifen), ob sie sich fürs Stehen (rebellieren oder kämpfen) oder fürs Sitzen (sich dem Frieden neigen) entscheiden.''
Er begann zu planen, um seine Botschaft an die Nation zu verkünden.
Der weitere Zustand in Mekka
Er verweilte einige Monate in Mekka, versammelte Leute und erzählte ihnen vom Weg der Rechtleitung und die Dringlichkeit auf ihm zu sein, um eine Kraft zu erlangen - die er aufbauen will - um diesen Tyrannen und sein irregeführtes Regime zu stürzen.
Imam Hussein (a.) nutzte die Hajj-Zeit (Pilgerfahrt), um die Leute auf den rechten Weg zu führen, den Weg des Islams und, dass man 'das Gute' gebieten und die Tyrannei bekämpfen muss. Dann verließ er Mekka, unter ähnlichen Umständen, wie die des Propheten (s.). Als er (sas) Medina verließ, wurde ihm von Allah (swt) geboten es zu verlassen, um einem geplanten Attentat der Quraisch – nämlich ihn zu töten - zu entfliehen und Imam Ali (a.) an seiner (s.) Stelle in seinem Bett zu legen.
Imam Hussein (a.) war auch darüber informiert, dass Yazid einen Haufen Banditen beauftragt hatte, um ihn (a.) zu töten, auch wenn er in der Ka'ba sein sollte. Er fuhr in den Irak, da er hunderte Briefe erhielt, die ihn einluden zu kommen und ihr Führer zu werden.
Später ereigneten sich Dinge, als der Imam (a.) seinen Cousin, Muslim bin Akil, schickte, sie haben ihn zum Märtyrer gemacht und Imam Al-Hussein (a.) in Karbala' geköpft.
Somit waren die Hijra von beiden, Mohammed (s.) und von Hussein (a.), zum Wohle des Islams.
Imam Husseins (a.) erste Predigt bewies diesen Punkt, da es den Grundsatz des Propheten (s.) vermittelte und den Leuten sagte, dass er (s.) nicht nach Macht anstrebte, sondern dass er (s.) sich bemühte um die korrupte Tatsachen zu verändern, die dem Unglauben und der Zerstörung des wahren Islams entgegen steuerten.
Der Gesandte Gottes (s.) sagte: ''Wer auch immer einen ungläubigen oder ungerechten Herrscher sieht, der sein Versprechen bricht und die Lehren des Propheten verdreht; ein Herrscher, der den Gläubigen Schaden zufügt, ungerecht und aggressiv ist, und es nicht wagt ihn davon abzuhalten, indem er was sagt oder tut, diesen wird sich Gott genauso schlimm wie den Herrscher annehmen,.''
Imam Hussein (a.) wollte, dass alle Moslems die Verantwortung auf sich nehmen um den verdorbenen, tyrannischen, nicht-islamischen Regime zum Einsturz zu bringen, da alle schlechten Charakterzüge, von denen der Prophet (s.) sprach, von Yazid und seinen Anhängern angewandt wurden, und sie die Legitimität zur Revolution gegen ihn verschafften und nicht, wie manche Rechtsgelehrte sagen, dass wir den ungerechten Herrscher nur darauf hinweisen sollten. Dies ist der Grund, warum er sagte, dass Allah (swt) sich ihnen genauso schlimm wie dem Herrscher annehmen wird, um ihnen zu erklären, warum sie rebellieren sollten; indem er sagte: ''Hast du nicht gesehen, dass diese Menschen aufhörten Gott zu gehorchen und den Satan befolgten, Verdorbenheit zeigten und Gottes Grenzen verletzten ... während ich es mehr verdiene als sie?''
Die Bewegung der Reform
Daher setzte es die Revolution darauf an die ideologische Korruption, als auch die politische Tatsache , die die Gesellschaft peinigte, zu verändern.
Angesichts der Debatte zwischen einigen Gelehrten, die erachten, dass Al-Hussein (a.) nach Macht strebte, sagen wir, dass dies seine Verantwortung ist, aber es liegt ein Unterschied zwischen demjenigen, der die Macht für sich selbst begehrt und demjenigen, der die Macht begehrt um das Schlechte zu verwehren und die islamische Shari'a aufrecht zu erhalten. Dies ist die Richtschnur des Imam's (a.), was von Imam Ali (a.) betont wurde, wie die folgende Geschichte zeigt:
Ibn Abbas überlieferte: ''Einst, als ich Imam Ali besuchte, flickte er gerade seine Schuhe. Der heilige Imam fragte mich: ''Was denkst du, was diese Schuhe kosten?'' Ich sagte: ''Ich kann es nicht einschätzen.'' Der heilige Imam sagte dann: ''Bei Allah! Meiner Meinung nach, wären diese zerrissenen Schuhe mehr wert als meine Belehrung der Leute, wenn ich (dabei) nicht das Gute gebiete und das Schlechte verwehre.''
Tatsache ist, dass die Imame (a.) nichts aus dieser Welt begehrten, aber das bedeutet nicht, dass sie ihr Recht auf das Lehren aufgegeben hätten.
Imam Hussein (a.) sandte viele Briefe, zu verschiedenen Orten um diese Botschaft zu übermitteln. Die Botschaft, die nach Bassra verschickt wurde, besagte:
''Nun also! Wahrlich, Allah erwählte Prophet Mohammed (s.) über all Seinen Geschöpfen und gewährte ihm (s.) (das Ansehen des) Prophetentums und erwählte ihn für das Apostelamt. Dann nahm ihn der Allmächtige zu Seiner Barmherzigkeit (Tod), nachdem der Prophet alle Leute zur Wahrheit rechtgeleitet hatte, und nachdem er die Botschaft übermittelt hatte, wegen der er gesandt wurde. Folglich sind wir seine Haushalt (Ahl-ul-Bayt), Statthalter und seine Nachfolger, und sind würdiger oder ihm befolgend, mehr als es jeder andere tut. Dann versuchten unsere Leute uns in dieser Angelegenheit voraus zu eilen und wir zogen uns mittellos zurück, um die Abschweifung zu vermeiden. Um die islamische Einheit zu bewahren, besonders weil die Nation einer Trennungsdrohung gegenüber stand.''
Somit betonte er (a.), dass er sich erhoben hatte, um das Recht aufrecht zu erhalten und um seines Großvaters Nation zu reformieren. Um die Basis des Islams wieder zu stabilisieren, die von seinem Großvater, Allah's Gesandtem (s.), gebildet wurde. Daher akzeptieren wir nicht, wenn manche sagen, dass er dabei war einen selbstmörderischen oder märtyrerhaften Anschlag (Operation) zu verrichten, und sich auf Imam Hussein's (a.) Ausspruch stützen, den er angeblich gesagt haben soll: ''Die Todesart, der ich begegnen werde, ist gut für mich.''
Hört diese Geschichte, die den Imam (a.) auf dem Schlachtfeld beschreibt:
''Erhabener Allah! Niemals sah ich einen Mann, alleine stehend gegenüber einer Menschenmenge, die ihn angreifen, ihm überlegen sind, seine Söhne, seine Familie und seine Gefährten töten, der ausgeglichener in Gelassenheit und Selbstbeherrschung behauptete. Wahrlich, wenn die Männer ihn hart schikanierten, schikanierte er sie härter und vertreibte sie, genauso so wie die Ziegen von einem Wolfsangriff vertrieben werden. Er bekämpfte sie in einer Weise, die sie zwang sich überall zu zerstreuen, als wären sie die weit verbreiteten Heuschrecken. Dann wandte er sich zurück und sagte: ''Für Allah und nur auf Allah können wir vertrauen, in der Hoffnung auf Stärke und Kraft.''
Gewöhnlich sehen die Leute im Kampf von Imam Al-Hussein's (a.) und seinem Sohn Ali Al-Akbar, den Kampf von Imam Ali (a.). Darum sagte Ibn Saad, als er sah, dass seine Soldaten, - einer nach dem anderen -, getötet wurden: ''Wisst ihr nicht wen ihr bekämpft? Ihr bekämpft den Sohn von Ali ... dem 'Mörder der Araber'...
Wir bemerken in vielen Ashura-Majalis (dem Gedenken des Martyriums von Imam Hussein (a.)), dass sie den Imam als einen schwachen Menschen schildern, besonders wenn sie behaupten, dass er sagte: ''Ich schwöre bei meinem Großvater, dass ich durstig bin.'' All dies ist nicht wahr! Imam Hussein (a.) war ein Symbol der Stärke. Und er unterwies seiner Schwester Zeinab (a.) durchzuhalten und mutig und stark zu bleiben. Und dies tat sie (a.), als sie (a.) vor Ibn Ziad und Yazid stand. Und was manche behaupten, dass sie ihr Kopf mit einem Mahmal (Der hölzerne Sattel des Kamels) geschlagen wurde , ist eine Lüge!
Ashura regt zur Stärke und Frieden an
Was wir mit dem Gedenken an Ashura erreichen wollen, ist, dass man dieselbe Stärke erlangt, wie die von Imam Hussein (a.) und Zeinab (a.). Da wir von enormen Herausforderungen umgeben sind, genauso wie sie (as) es waren.
Als er wählen musste, zwischen der Anerkennung von Yazid's Regeln oder getötet zu werden, war Imam Al-Hussein (a.) für den Kampf bereit. Deshalb sagte er: ''Bei Allah! Ich werde weder wie ein Erniedrigter dir gegenüber meinen Eid ablegen, noch wie ein Gefangener fliehen.'
Yazid, der leibliche Sohn eines unehelichen (Mannes), versetzte mich in eine Zwangslage, entweder mein Schwert zu ziehen und zu kämpfen oder erniedrigt und loyal zu ihm zu sein. Aber es ist unmöglich für uns erniedrigt zu sein. Gott, sein Gesandter, die Gläubigen, meine ansehnliche Familie würden nicht den Gehorsam zu bösen Leuten bevorzugen, um stolz zu sterben.''
Dies ist der Imam (a.), der alleine stand, aber er war das ganze Volk in einem Mann. Deshalb, wenn wir den arroganten Herausforderungen der Amerikaner und der Europäer und der Israelis gegenüberstehen, sollten wir Husseinis sein, in unserem Stolz, unserer Stärke und unserer missionarischen Seele.
Was das Weinen und die Trauer angeht: Dies ist eine Angelegenheit der menschlichen Emotionen, die der Imam würdig ist wegen der Tragödie an sich. Aber das bedeutet nicht, dass Imam Hussein (a.) und seine (Haushalts-)Angehörigen schwach waren.
Dies ist die Stellung von Ashura, um uns die Stärke, die Bestimmung und den Willen zu geben, um alles Unrecht auszuhalten, so dass wir wiederholen wollen, was Ali Akbar (a.) zu seinem Vater sagte: ''So lange wir mit dem Recht sind, - schwören wir Bei Allah - , sorgen wir uns nicht darum, ob wir in den Tod fallen oder ob der Tod auf uns fällt.''