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Regeln über die Musik [Teil 1]

Übersetzt von Hussein und Nessrine G.


In einem Interview mit „Elaph“,einer elektronischen Zeitung aus Saudi-Arabien, sagte Sayyed Mohammad Hussein Fadlallah aus, dass die Stimme der Frau nicht zur„Awra“ zählt  und das Gesang nicht verboten ist.


Die religiöse Autorität, Sayyed Mohmmad Hussein Fadlallah sieht das Singen als keine verbotene Tat an, wenn es die menschlichen und tiefgründigen intellektuellen Werte durch deren Inhalt nicht verletzt und wenn es von hochklassischer Musik begleitet wird. Seine Eminenz sieht aber Lieder als verboten an, in welche Tyrannen oder lasterhafte Regime glorifiziert werden. In manchen arabischen Ländern kommt es vor, dass Sänger deren Anführer lobpreisen, da sie deren Tyrannei fürchten oder sie umschmeicheln möchten.


In einem Interview mit der Elaph Zeitung hat Sayyed Fadlallah ein abschließendes Wort gegeben, welches den Punkt der weiblichen Stimme seiner Meinung nach nicht „AWRA“1 sei. Mehr sogar, er erachtet es als erlaubt für eine Frau zu singen, für den Fall das die Bedeutung des Liedes erhaben ist.


Seine Eminenz zieht eine Linie zwischen dem Erlauben und dem Verbieten von Liedern: Aber er hinterlässt dem Hörer die Möglichkeit zwischen den Liedern zu unterscheiden ohne Namen oder Details zu nennen. Wie dem auch sei, er verbietet Jazz Musik, welches die Nerven zerstört und negative Effekte auf den Zuhörer haben.

 

Es ist verboten, für die Tyrannen zu singen

 

F: Manche sagen, dass die Diskussion, das Singen betreffend, vom islamischen Standpunkt aus oberflächlich ist, da es nicht mal wert wäre, dieses in diesem Kontext zu erwähnen. Zu Wissen, dass diese Lieder überall um uns herum sind, was ist Ihre Meinung diesbezüglich?


Von unserem Standpunkt aus hängt es beim Singen von der Wellenform, der Vibration der Stimme und der Art, wie die Worte des Liedes gesungen werden, ab. Und dieses unterscheidet sich durch die Schnelligkeit der Stimme. Für den Zuhörer gibt eine melodische Stimme dem Wort einen tiefgründigeren Effekt, welches in seiner Art den Hörer in seinen Empfindungen beeinflusst.

 

Also, wenn die Texte des Liedes „normal“ sind, werden die Worte des Liedes den Hörer positiv beeinflussen. Im Gegensatz dazu könnten die Worte, wenn sie negative Bedeutungen haben, den Hörer beeinflussen und ihn dazu bewegen böses zu tun bzw. verbotene Taten zu begehen oder böswillig zu werden.

Diese Bedeutungen beeinflussen den Hörer negativ, denn er ist fähig diese zu verstehen. Demzufolge kann wegen der Effekte der Lieder eine Person zu allem verleitet werden, was in ihm verborgen ist.

 

F: Im Allgemeinen gesagt; Gibt es in der arabischen Welt keine Lieder, welche dazu aufrufen das Böse zu verbreiten, wie es in der westlichen Welt der Fall ist?!

 

In der arabischen Welt wird gesungen um direkt Empfindungen zu erwecken. Diese Art von Gesang ist verboten, denn es verleitet den Zuhörer dazu, reelle sexuelle Begierden zu wecken. Das allein liegt an der Art und Weise der Melodie und der Wörter, welches die Empfindungen weckt. Außerdem sind die Lieder, in welchem die Sänger die Tyrannen und schändlichen Regime oder die bösen Staaten glorifizieren, ebenfalls verboten.


F: Einige Lieder werden in die Kategorie der patriotischen Lieder eingestuft, obgleich diese Lieder diktatorische Führer glorifizieren, wie es in einigen arabischen Ländern geschieht. Werden diese Lieder als erlaubt erachtet?

 

Die patriotischen Lieder, welche die positive Darstellung des jeweiligen Landes, wie z.B. die Verteidigung des Landes, die Freiheit, die Unabhängigkeit und das Mögen des Landes erhalten, sind absolut nicht verboten. Daher sehen wir die Lieder, welche die Schönheit der Natur, der Sehnsucht des Landes oder Familie etc in Verbindung mit den Liedern, welche die Seele lobpreisen und den menschlichen Horizont zu Allah (der Erhabene) und zu allen geistlichen Liedern öffnen als nicht verboten an.

 

Lieder über platonische Liebe sind nicht verboten

 

F: Warum ist es nicht verboten, die Natur und die erhabenen Dinge zu besingen, während es verboten ist, die Liebe zu besingen, wissend, das auch die Liebe etwas Erhabenes ist?

 

Es gibt da Unterschiede zwischen der Liebe, welche menschliche Werte hat und der Liebe, die von einem Mann der Frau oder einer Frau dem Mann gegenüber gezeigt wird. Die zweite Art der Liebe erweckt Empfindungen, während der Islam es nicht möchte, dass die Instinkte des Mannes geweckt werden, denn dieses Erwecken könnte zu negativen bzw. unmoralische Taten führen.

 

Andererseits ist die Liebe, welche spirituelle Bedeutung hat, nicht verboten. Ein wichtiger Punkt, den wir in dieser Angelegenheit zu beachten haben, ist, das Gesang den Willen der Person „stehlen“ könnte, wenn er möglicherweise durch das Lied tief berührt wird. Allah (swt) möchte, dass jede Person mit seinem Willen lebt, wie er es für richtig hält, denn es liegt an ihm, ob er seinen Willen in die positive oder negative Richtung lenkt.

Aber wenn er von emotionellen Zuständen durch die Musik beeinflusst wird und dadurch Instinkte geweckt werden, die ihn dazu führen, dass er sich in unakzeptabler Art benimmt, dann wird er von seinem Recht zu wählen beraubt.

 

F: Es ist also auch anwendbar auf revolutionäre Lieder, welche manchmal gewalttätige Reaktionen auslöst?

 

Da gibt es einen Punkt, der klargestellt werden sollte. Wenn diese Lieder die guten Taten für die Menschheit repräsentieren, dann gibt es kein Problem darin, diese zu hören. Denn wenn jemand dadurch ermutigt wird, würden die Ergebnisse positiv ausfallen. Aber wenn das Verhalten dadurch in negative Art resultiert, dann gilt das vorhergehende als verworfen.

 

F: Also ist es ein relatives Problem?

 

Ja, es ist ein relatives Problem, auch wenn wir es verbieten, Jazz zu hören, welches die Nerven zerstört und es einen dazu bringt, sich unfreiwillig in einer negativen Art zu verhalten

 

F: Unterscheiden Sie die Lieder in Bezug auf deren Effekte eines Einzelnen?

 

Wir unterscheiden Lieder in Bezug auf deren Effekt im Allgemeinen und nicht auf deren Effekt auf eine einzelne Person. Wein zum Beispiel macht nicht jeden betrunken, aber er ist trotzdem verboten. Allah (swt) sagt: „...und vermeidet falsche Worte“2. Es gibt da eine Interpretation, dass falsche Worte als Worte angesehen werden, die nicht rechtschaffen sind.

 

Allah sagt auch:„...Und diejenigen, die nicht falsch Zeugnis ablegen“3 , das wird durch das Singen ausgedrückt.

 

Wir haben einen weiteren Vers welcher sagt: „...Und unter den Menschen gibt es einen, der belustigende Geschichten kauft, um in die Irre zu führen von Allahs Weg, ohne Wissen, und darüber zu spotten“.4Infolge dessen ist alles, was als „batil“5 oder als Abführung von Allahs Weg gilt, als verboten anzusehen.

 

 

Singen im Iran ist nicht verboten

 

F: Es gibt da einen Konsens zwischen einigen Kritikern und Psychologen, einige Lieder betreffend, wie z.B. die Lieder von Fairouz1, in welchen es um Liebe geht, ohne irgendwelche Instinkte anzusprechen. Einige Lieder berühren den Hörer positiv und entspannen die Nerven. Was ist die Regelung der Lieder, vom religiösen Standpunkt aus betrachtet?

 

Ich habe die Frage soeben beantwortet und ich sage nicht, dass alle Lieder, die die Liebe ansprechen, verboten sind. Ich sage, dass verbotene Lieder diese sind, welche die Instinkte ansprechen. Zum Beispiel akzeptieren wir die väterlichen und mütterlichen Ausdrücke genauso wie die platonische Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, welches die Seele beflügelt und einen menschlichen Wert darstellt und nicht instinktive Werte.

Wenn wir nun das heranwachsende Leben betrachten, während es übliche Lieder hört, können wir sehen, dass diese Lieder eine Art von Unkonzentriertheit und instinktive Anziehung dem Sänger gegenüber ausüben.

 

 

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[1]etwas, das verhüllt sein sollte, wie z.B. die geltenden

 

Vorschriften bei der Verhüllung von bestimmten Körperteilen

 

[2]Koran: Sure 22, Vers 30

 

[3]Koran: Sure 25, Vers 72

 

[4]Koran: Sure 31, Vers 6

 

[5]schlecht, ungültig, unrechtmäßig

 

[6]Bekannte arabische Opernsängerin

Übersetzung weicht leicht vom Original ab