F: Welche Richtlinien gibt es in Bezug auf Vergnügungscenter und unterhaltende Spiele um zu wissen, was erlaubt und was verboten ist?
Die Feststellung, ob ein unterhaltendes Spiel verboten oder erlaubt ist, ist nicht abhängig von der Natur des Spiels an sich, sondern hängt davon ab, wie jede Person es benutzt bzw. es sich zu Eigen macht.
Zum Beispiel, wenn eines dieser Spiele die „Ablenkung“ erleichtert, und die Person von diesen Spielen abhängig wird, sodass er/sie seine religiösen Pflichten, sozialen Obliegenheiten und familiäre Verantwortung vergisst, dann sind diese „Spiele“ ohne Zweifel verboten. Wenn diese Spiele aber lediglich der Unterhaltung dienen und keinerlei Wetten und/oder Geldspiel damit verbunden sind, dann sind das Schachspiel und einige andere erfundene Spiele erlaubt.
F: Was ist ungesetzlich in Bezug auf das übermäßige Spielen von dieser Art von Spielen?
Das übermäßige Spielen dieser Spiele bestärkt deren Verbot in Bezug auf deren negativen Konsequenzen. Übermäßigkeit hält diese Person fern von seinen/ihren religiösen und sozialen Obliegenheiten.
F: Einige Juristen/Rechtsgelehrte betrachten diese Spiele skeptisch in Bezug auf deren negativen Konsequenzen, wie z.B. Vorurteile und Hass, welche diese Spiele zwischen den Spielern auslösen könnte. Wie ist die Meinung Eurer Eminenz diesbezüglich?
Wir haben erwähnt, dass solche Spiele nicht verboten sind. Wie dem auch sei; sollten diese dazu führen, dass Gefühle wie z.B. Hass, Gewalt oder Ablenkung ausgelöst werden, dann sind diese Spiele sicherlich verboten. In dieser Sache verhält es sich ähnlich wie die Auswirkungen von Alkohol und Wettspielen, welches Allah (swt) in dem Heiligen Buch erwähnt: „Der Satan will durch Berauschendes und Glücksspiel zwischen euch nur Feindschaft und Hass säen und euch von dem Gedanken an Allah und dem Gebet abhalten. Wollt ihr deshalb nicht davon ablassen?“1
F: Einige Spieler neigen zu symbolischen Wetten, um das Spiel aufregender und einem Wettstreit ähnlich zu machen, was sagen Sie dazu?
Jede Art von symbolischer Wette ist verboten, aber wenn als Zeichen der Belohnung die Preise/Pokale für den Sieger von Fußball- oder Schachspielen überreicht werden, dann gibt es damit kein Problem.
F: Einige Spiele, welche das “zunehmen” und “abnehmen” von Geld beinhalten, wie z.B. Monopoly, benutzen Falschgeld (Spielgeld). Gibt es ein Problem damit?
Damit gibt es kein Problem, wenn es kein reeller Gewinn ist. Wenn das Spiel der Unterhaltung dient, ohne dass eine Person echtes Geld gewinnt oder verliert, dann ist das erlaubt.
F: Was ist gemeint mit dem Ausspruch Imam Ali´s (a.s.): „Eine Zeit für dein Vergnügen ohne Verbotenes zu begehen“?
Damit ist die Zeit gemeint, in der alle legalen Arten von physischer und psychischer Bequemlichkeit nach einem langen und harten Arbeitstag genossen werden. Es beinhaltet alle Arten von erlaubtem und moralischem Vergnügen, wie z.B. der rechtmäßige/erlaubte Genuss von Musik, welches von schwerer physischer und mentaler Last befreit.
F: Es gibt eine Aussage, dass es im Islam keine Freizeit gibt. Diese Auffassung basiert auf dem Vers 7 der Sure Al-Scharh „Und wenn du (mit etwas) fertig bist, dann bemühe dich weiter“. Was sagen Sie dazu?
Mit der Freizeit ist die Zeit gemeint, in der man keine weiteren sozialen, religiösen und geschäftlichen Aufgaben zu erledigen hat. Sogar diese Freizeit ist dafür vorgesehen, es als Zeit ohne Ablenkung oder weitere verbotene unmoralische Taten zu nutzen.
F: Einige Juristen verbieten das Spielen von Schach und Backgammon. Stimmen Sie dem zu?
Früher wurden diese Spiele als Glücksspiele angesehen, demzufolge war und ist das Spielen dieser Spiele auch mit symbolischen Wetteinsätzen noch immer verboten.
F: Um Unsicherheit über die Rechtsprechung dieser Spiele betreffend zu vermeiden, wäre es da nicht von Vorteil, wenn man diese entweder ganz verbietet oder eine verbindliche Vorsichtsmaßregel erstellt?
Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Vorsicht mit Dingen, welche verboten erscheinen und dem klaren Beweis, ob sie entweder verboten oder erlaubt sind. Folglich liegt es in der Verantwortung des Juristen, in dieser Sache seinen Beweis darzulegen, ob Dinge entweder erlaubt sind oder nicht, basierend auf den Regeln, auf die sich die Juristen geeinigt haben.
Danach können die Leute deren Wahl treffen, entweder vorsichtig zu sein oder nicht. Weiterführend wäre dann, wenn wir versuchen würden die verbindliche Verhaltensregel als Gesetz anzusehen, dann müssen wir mit jeder Sache in unserer Gegenwart sehr vorsichtig sein, denn jede Sache hat auch seine negative Seite.
Aber wir sollten nicht den Vorlieben anderer Juristen widersprechen, aus Angst Fehler zu begehen, verbindliche Verhaltensregeln zu erstellen und damit in die „Falle der Verbote“ fallen. Nichtsdestotrotz, wenn diese Verhaltensregel nicht verworfen bzw. beanstandet wird, sehen wir, dass dieses Gesetz das Leben einer Person wahrscheinlich verkomplizieren würde. Z.B. Er/Sie könnte Verbote sehen in Dingen, die nicht verboten sind oder Erlaubtes in Verbotenem sehen, demzufolge ist die Vorsicht gut, könnte aber die Person selbst bzw. sich und sein/ihr Leben kompliziert machen.
Mit anderen Worten: Juristen sollten mutig und getrost Rechtsprechungen erlassen, jedoch mit klaren Beweisen, welche das Leben der Person vereinfachen.
F: Ist es erlaubt, an unmoralische Feiern teilzunehmen mit der Absicht, den Grund für deren Gründe und deren Nachteile zu studieren, um damit dann legale und angemessene Lösungen vorzulegen?
Wenn die Person ehrlich mit sich selbst ist, gehorsam gegenüber Allah (swt), und über allen Beweisen steht, dass der Grund ausschließlich darin besteht, mit der Beobachtung dieser Plätze legale und angemessene Lösungen zu finden und diese Lösungen dann der Gemeinschaft zu übermitteln, dann besteht damit kein Problem.
Wie auch immer, der Mensch ist zerbrechlich und empfänglich für Gefühle. Er sollte, bevor er eintritt, ein innerliches Schild gegen alle ungesetzlichen Wünsche aufbauen, wie Allah (swt) sagte: „Ja, jeder Mensch ist wider sich selber ein Beweis, auch wenn er seine Entschuldigungen vorhielte“ (Sura Al Qiyama :15)
F: Wie ist die Rechtsprechung betreffend von gemischten Feiern?
Wenn die Vermischung von Geschlechtern den „Pfad der Abweichung“, welcher das Ansehen des Islams beschädigt und zu Verbotenem führt, dann ist es verboten.
F: Wie viel Make-up ist es einer Frau erlaubt aufzutragen, wenn sie vor fremden Männern erscheint?
Sie sollte mit ihrem natürlichen Gesicht erscheinen, das frei von jeglichen Makeup ist, welches Männer in irgendeiner Form sexuell ansprechen könnte.
F: Ist es der muslimischen Frau erlaubt, lockere und legere Kleidung zu tragen, wenn sie auf Feiern ausschließlich mit anderen Frauen und Kindern zusammen ist?
Es ist nicht verboten. Für den Islam ist es nicht hinderlich, dass Frauen ihre weibliche Schönheit vor anderen Frauen und Kindern zeigen, vorausgesetzt dass sie nicht ihre intime Körperpartien zum Vorschein bringen.
F: Ist es jungen Mädchen, die religiös gesehen noch nicht volljährig sind erlaubt, dass sie auf öffentlichen Feiern vor Männern tanzen?
Prinzipiell kann man sagen, dass es jungen Mädchen, die religiös gesehen noch nicht volljährig sind, erlaubt ist, ohne Schleier aufzutreten und auch vor Männern zu tanzen. Wir müssen jedoch vorsichtig sein, dass das Mädchen an diesen Gelegenheiten Gefallen findet und sich davon ablenken lässt. In diesem Fall ist es aufgrund der zweiten Überlegung verboten.
F: Ist es den Männern erlaubt, vor anderen Männern zu tanzen und ist deren Volkstanz verboten, wenn er vor Frauen stattfindet?
In Übereinstimmung mit Sayyid Al Khouie (Möge Gott seiner Seele gnädig sein) erlauben wir den Männertanz vor dem einen und anderen, und das Tanzen von Frauen vor anderen Frauen, vorausgesetzt, dass das Tanzen nicht obszön und unanständig ist.
F: In Eurer Zustimmung des Singens von Frauen auf Hochzeiten; ist es für diese Frauen erlaubt, aktuelle Hits zu singen und diese Musik zu hören?
Wir ziehen die verbindliche Vorsichtsmaßregel in dieser Sache vor: Wenn das Lied und die Musik von unzüchtigen Leuten ist, dann ist es verboten. Ist es aber angenehme, leichte Musik, begleitet von angenehmen, leichten Worten, dann ist es erlaubt.
F: Ist es für einen Fotografen erlaubt, Bilder auf Frauen-Feiern zu machen, besonders wenn diese Frauen nicht verhüllt und mit Makeup geschminkt sind?
Da diese Frauen nicht davor zurückgeschreckt haben so aufzutreten, wie sie selber es wünschten, dann ist es nicht verboten für den Fotografen, Bilder von ihnen zu machen.
Wie dem auch sei, wenn aber diese Frauen verhüllt sind und den religiösen Verpflichtungen folgen und sich frei (ungebunden) auf Hochzeiten fühlen, dann sollte der Fotograf darauf achten, nicht auf sie zu schauen.
F: Könnte es gesetzlich (erlaubt) für einen fremden Fotografen sein, einen Film zu entwickeln, welcher muslimisch verschleierte Frauen ohne Verhüllung beinhaltet?
Wenn es die Frau selbst gesellschaftlich nicht entehrt oder tiefer stellt, dann ist es nicht verboten, aber wenn es die gesellschaftliche Stellung und das Ansehen der Frau stört, dann ist es verboten.
F: Gibt es ein Problem damit, wenn die Braut voll geschminkt die Straße betritt und ihr Haupt lediglich mit einem Schal bedeckt ist?
Das ist unpassend, da die Offenbarung des geschminkten Gesichtes als großes Mal der Versuchung angesehen wird.
F: Was sagen Sie über das Eintreten des Bräutigams in das Zimmer der Braut in Gegenwart von anderen verhüllten Frauen?
Damit gibt es kein Problem, solange diese Frauen dezent und sich dem Bräutigam nicht mit Make-up zeigen oder offenbaren. Der Bräutigam an sich sollte sich aber zur selben Zeit zurückhalten, diese Frauen anzusehen.
F: Wie ist die religiöse Regelung in Bezug auf Applaus, ob nun zum Ansporn oder als Beifall?
Applaudieren in allen Formen, ob es nun Ansporn oder Beifall ist, ist erlaubt, vorausgesetzt, dass es nicht für eine verbotene Tat ist. Dann ist es selbstverständlich verboten.
F: Ist die Atmosphäre von Verschwendung und Überspannung, welches die meisten Hochzeiten bestimmt, verboten?
Im Islam wird die Verschwendung abgelehnt in Allahs (swt) Bitte an die Menschheit, Enthaltsamkeit in seinen Bedürfnissen auszuüben. Kurz gesagt: Alles, was die Bedürfnisse überschreitet wird zu Verbotenem. Zum Beispiel, Imam As-Sadik (a.s.) sagte, dass Enthaltsamkeit von Allah (swt) geliebt wird und Verschwendung verabscheut wird.
Wie dem auch sei, wenn beides, die gesellschaftlichen Konditionen und die Stellung der Person, es für diese Person notwendig machen, dann ist es erlaubt. Aber ich gebe den Gläubigen den Rat, in diesen Dingen Enthaltsamkeit zu suchen, egal ob dieses Verhalten nun erlaubt oder verboten ist.
F: Gibt es bestimmte Vorschläge, unseren Hochzeiten und Feierlichkeiten mehr Treue dem Geist des islamischen Gesetzes zu geben?
Ich bin der Überzeugung, wenn unsere Hochzeiten und gesellschaftlichen Feierlichkeiten mehr islamische Aktivitäten beinhalten, welche das islamische Konzept festigen, ohne dabei die Stimmung und Freude zu „stören“, dann würde es die islamische Situation bereichern und die spirituelle Glückseligkeit weiten, welche die Leute leben und suchen sollten.
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1Koran: Sure 5, Vers 91