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Jährliches Fastenbrechen in der Schule Al-Kauwthar die von Sayyed Fadlallah betreut wird
Die erste Predigt
Im Namen Allahs, dem Erbarmer, des Barmherzigen
Die Monate sind
ein universales Phänomen
Heute ist der erste Tag des Monats Ramadan. Wenn die schiitischen und sunnitischen Gelehrten sich in der Frage über den Beginn des Monats unterscheiden, hängt das damit zusammen, dass es zwei verschiedene Methoden zur Bestimmung gibt.
Die erste ist die Bekannteste, bei der es auf das Erkennen mit dem bloßen Auge ankommt. Einige Gelehrte sagen sogar, dass das Benutzen eins Teleskops nicht erlaubt ist. Es geht auch um die Sache der Vertrauenswürdigkeit. 25 Leute behaupteten, dass sie ihn (den Mond bzw. Mondsichel) in Bahrain gesehen haben, während über 20 Leute sagten, dass sie ihn in Saudi Arabien sahen, und weitere in Libanon. Trotzdem waren einige Gelehrte nicht überzeugt und sie verkündeten den Samstag als den ersten des Monats an.
Was meine Ansicht anbetrifft, welche ich vor über 10 Jahren bekannt gegeben habe, sehe ich es als solches an, dass der Beginn des Monats ein Teil des universales Systems ist (wohl das Universum betreffend), welches Allah erschaffen hat. So wie der Sonnenaufgang und -untergang zu einer bestimmten Zeit stattfindet, unabhängig davon, ob die Menschen es sehen oder nicht, so ist es bei dem Mond ebenso. Der Mondmonat endet, wenn der Mond auf der gleichen Linie mit der Sonne und der Erde steht, daher kann man ihn nicht mehr sehen, und der nächste Monat beginnt, wenn er diese Linie verlässt. Solch ein System existierte schon vor der Menschheit ("Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate; (so sind sie) im Buche Allahs (festgelegt worden) seit dem Tage, da Er die Himmel und die Erde erschuf,") [Sure 9 Vers 36]
Es ist bekannt, dass das Berechnen des Beginns und des Endes (eines Monats), sowie andere astronomische Erscheinungen, eine exakte Wissenschaft geworden ist, die es dem Wissenschaftler ermöglicht den Beginn des Monats für die nächsten 50 Jahre und weiter zu bestimmen. Ein typisches Beispiel wäre die Sonnen- und Mondfinsternis, welche lange vor ihren Erscheinen bestimmt werden.
Demnach, glauben wir, dass die Sichtung eine Art der vielen Arten des Wissens darstellt. Wenn also die Astronomen berichten, dass der Mond angefangen hat das Licht zu speichern, so hat der Monat begonnen.
Wir wenden uns an die muslimischen Gelehrten (oder Wissenschaftler) in der islamischen Welt die wissenschaftliche Berechnung anzuwenden, und wir haben Kontakt mit den Wissenschaftlern, die uns ermöglichen den Beginn des Monats Ramadan und Shawal vor ihrem Erscheinen zu bestimmen, auch wenn es manche nicht mögen würden.
Ich bin nicht hier, um zu debattieren, welche Methode besser ist, sondern ich sage, dass die zweite Methode es den Muslimen ermöglicht ihre Unterschiede in der Bestimmung für das Ende des Monats zu beseitigen.
Es ist ironisch (oder paradox), dass die Leute drei verschiedene Tage für den Beginn des letzten Monats Shaaban zugewiesen bekommen haben. Solch eine Verschiedenheit verwirrt die Menschen und verursacht diverse Streitereien. Zudem bestärkt es Fanatismus bei Leuten, die anfangen andere als ungläubig zu bezeichnen, welches ein Zeichen für Rückständigkeit ist.
Besseres Verhalten:
Wir verbleiben diese Woche mit der Predigt des Propheten (s.) vom letzten Freitag des Shaaban. In dieser Predigt erzählt er über das, was wir letzte Woche über die spirituelle, anbetende (verehrende) und soziale Bedeutung des Fastens sagten. Im übrigen Teil der Predigt spricht er über die menschliche Beziehungen, dabei auffordernd den Menschen im Mitmenschen zu respektieren und ihn mit Mitgefühl (Barmherzigkeit) zu begegnen; sei er ein Familienmitglied, ein Nachbar oder ein Arbeiter, so solltest du nicht hart zu ihm sein oder sein Ego (Selbstgefühl) verletzen, indem du ihm viele Aufgaben erteilst. Vielmehr wird das Mitgefühl mit anderen von Allah belohnt.
Der Gesandte Gottes (s.) sagte: „Oh ihr Leute! Wer auch immer gutes Verhalten (oder Gewohnheiten) in diesem Monat veredeln kann, der wird über den Sirat (Brücke) am Tag der Auferstehung laufen.“ Dieser Sirat ist der Weg, auf dem die Leute zu dem Ort gehen, wo sie vor Gericht gestellt werden. Viele Menschen werden es nicht schaffen an diesem Ort anzukommen, ohne dass sie runter fallen. Aber wenn sie möchten, dass sie den Weg sicher überqueren, müssen sie ihre Verhaltensweisen in diesem Monat verbessern.
Der Lohn für die guten Verhaltensweisen ist die Vermeidung von Gottes Zorn. Und das gibt uns die Vorstellung von dem spirituellen Wert der guten Verhaltensweisen im Islam. Es wird sogar in einigen Überlieferungen gesagt, dass ein Mensch, dessen Gottesdienst wenig ist aber ein gutes Verhalten aufweist, den gleichen Rang wie ein Fastender und Betender innehat.
Deshalb möchte Allah, der Erhabene, dass der Mensch seine Beziehungen mit anderen auf eine Grundlage mit guten Verhaltensweisen aufbaut, sei es mit seiner Familie oder mit denjenigen auf seiner Arbeit. Die Grundlage dieser guten Verhaltensweisen sind vom Propheten (s.) erklärt worden, indem er diese Verhaltensweisen mit dem Glauben verbindet, und sagte: „Keiner von euch wird glauben außer, dass er für andere das liebt, was er für sich selbst liebt, und das hasst, was er für sich hasst.“
Verletze nicht deine Mitmenschen
Der Prophet (s.) sagte weiter: "Wer auch immer seinen Bediensteten (männliche oder weibliche) in diesem Monat leichte Arbeit gibt, dem wird Allah die Abrechnung am Tag des Gerichts erleichtern"... Er bittet uns, die Arbeitszeit zu verringern, da diejenigen, die fasten, möglicherweise nicht in der Lage sind in der gleichen Zügigkeit wie zuvor zu arbeiten...
Wer auch immer es unterlässt, seine Mitmenschen in diesem Monat zu reizen (ärgern), den wird Allah ihm am Qiyamat vor Seinem Zorn schützen. Daher müssen wir in diesem Monat Ramadan in Frieden mit den Menschen leben, und uns davor hüten andere durch unser Reden und Handeln zu beleidigen...Und du solltest bei deiner Familie anfangen...Es gibt überhaupt keinen Grund rum zu schreien, mit der Entschuldigung, dass man am fasten ist. Bevor du jemanden aufgrund deiner Wut schlägst, solltest du Allahs Wut bedenken, Der immer mit den Unterdrückten in dieser und jenen Welt sein wird.
Verwandte und Waise
Wer auch immer seine Angehörigen in diesem Monat gut behandelt, dem wird Allah von Seiner Gnade am Tag der Auferstehung mehr schenken; während demjenigen, der seine Angehörige schlecht behandelt Allahs Gnade am Tag der Auferstehung verwehrt bleiben wird. Du sollst mit deinen Verwandten in Kontakt bleiben, auch wenn sie dich verstoßen haben. Imam as-Sadiq (a.) wurde von jemandem gefragt, dass er diejenigen, die ihn verstoßen (ausgeschlossen) haben, er ebenfalls verstoßen sollte, wie sie es tun.
Er antwortete: „Wenn du sie verstoßt, dann wird Allah dich verstoßen. Aber wenn du ihnen mit Freundlichkeit begegnest (behandelst), dann wird Allah gütig zu dir sein.“
“Und derjenige, der einen Waisen mit Freundlichkeit behandelt, den wird Allah bei seinem Antreffen großzügig begegnen.“
Das Behandeln der Waisen mit Freundlichkeit hat mehrere Formen, nämlich direkt oder indirekt, sprich durch das Waisenhaus. Sei dir gewahr, dass du belohnt wirst, wenn du einen Waisen freundlich begegnest und ihn unterstützt.
Der Prophet (s.) sprach dann den gottesdienstlichen Teil an und sagte:„Wer auch immer ein Sunna (empfohlenes) Gebet in diesem Monat verrichtet, dem wird Allah die Erlaubnis zur Freiheit vor der Hölle erteilen. Wer auch immer ein Pflichtgebet in diesem Monat verrichtet, dem werden die Engel die Belohnung von 70 Gebeten aufschreiben, welche von ihm in anderen Monaten verrichtet wurde. Wer auch immer mehrmals das Salawat auf mich spricht, dem wird Allah seine Waage der Taten schwer wiegen lassen, wenn am Tag der Auferstehung die Waagen der anderen zum leichten neigen werden.
Wer auch immer in diesem Monat einen Vers aus dem Quran liest, wird in der gleichen Weise belohnt, als hätte er den ganzen Quran in anderen Monat verlesen.
Oh ihr Menschen! Die Tore des Paradieses bleiben in diesem Monat offen. Bittet darum, dass die Tore nicht vor euch verschlossen sind, während die Tore der Hölle geschlossen sind. Bittet darum, dass dieses Tore niemals geöffnet werden.“
Der
Monat Ramadan ist der Monat der Vergebung und Segnungen, und diejenigen, denen Allahs Barmherzigkeit in diesem Monat verwehrt bleibt, gehören zu den Elenden.Wir müssen diese Gelegenheit
nutzen, um unseren Glauben, Engagement und Menschlichkeit zu stärken, denn Allah hat den Monat dazu bestimmt, dass er uns fromm in (gegenüber) all den anderen Monaten macht. Weiter zu Teil 4...