Stellungnahme zur Position des franzöisischen Präsidenten Nicolas Sarkozy bezüglich des Tragens einer 'Burka'.
[...] Wir [Seine Eminenz Sayyed Fadlallah] möchten dem Präsidenten [Frankreichs] folgendes mitteilen:
„Frauen genießen die vollumfängliche Freiheit, in dem was sie tragen (möchten), und si dürfen nicht gezwungen werden, eine 'Burka' zu tragen. Wenn sie aber sich dazu entschließen eine Burka zu tragen, aus psychologischen, persönlichen oder sozialen Umständen, so sollte man ihre Entscheidung respektieren. Denn sie haben die Freiheit, dass auszuwählen, was Allah nicht verboten hat.
Sarkozys Position und die von Chriac vorher, über das Verbot für Frauen ein Kopftuch zu tragen, in den Schulen, Universitäten und öffentlichen Institutionen in Frankreich (und auch einige muslimische Führungen, die den Frauen, das Tragen des Kopftuches in der Schule verbieten, wie in der Türkei), respektieren nicht die Willensmacht und Freiheit der Frauen, ihren Glauben zu praktizieren, und was sie als religiöse Pflicht bestimmen, insbesondere, wenn dies ihre gesellschaftlichen Interaktionen und Aktivitäten nicht behindert oder erheblich erschwert.
Wir glauben, dass diese Forderung [Burkaverbot/Kopftuchverbot] die Frauen unterdrückt und ihre Freiheit konfisziert. Es kann auch dazu führen, dass viele Frauen und Mädchen, nicht in die Schule gehen bzw. sich an Universitäten einschreiben.
Freiheit ist eines der heiligsten Dinge für den Menschen. Freiheit solle von dem Willen des Einzelnen kommen, und nicht von Gesetzen und Regulierungen, diktiert von Menschen deren Visionen von ihrer Kultur resultieren, welche sich von der Kultur des Anderen unterscheidet.
Wir möchten gerne dem franzöischen Präsidenten sagen:
„Sie sollten diese Thematik aus einer menschlichen Perspektive im Hinblick auf das Respektieren des Individuums, welches sich in diesen Frauen befindet und ihre Präferenz eine Burka zu tragen oder auch nicht. Wir sollten Frauen nicht unterdrücken, sie von der „Freiheit zu trennen, etwas zu wollen und kein anderes zu wollen“, wie ein arabischer Dichter einmal treffend formulierte.“
Büro Seiner Eminenz Ayatullah Muhammad Hussein Fadlallah [26.06.2009]